Alles neu oder lieber kleine Schritte?

Bei der Veränderung von Gewohnheiten, Arbeits- und Prozessabläufen gibt es grundsätzlich zwei Herangehensweisen:

  1. Alte Zöpfe abschneiden und alles neu aufsetzen
  2. Langsame Veränderung aus dem Bestehenden heraus

Beide Methoden haben Vor- und Nachteile:

Methode 1

Wenn wir komplett auf der grünen Wiese anfangen, haben wir alle Freiheiten insbesondere für den Einsatz aktueller Methoden und Tools. Wenn die Anforderungen aber nicht bekannt und gut aufbereitet sind, kann sich das Projekt in den Details und immer weiter anwachsenden Wünschen und Bedürfnissen verlieren. Es besteht kurz gesagt die Gefahr, dass eine „Eierlegende Wollmilchsau“ angestrebt wird. Bei diesem Ansatz ist es daher unheimlich wichtig, die Kernprozesse im Blick zu halten und umzusetzen. Ist dies gelungen, können zusätzliche unterstützende oder profitierende Ergänzungen aufgesetzt werden.

Viele große Projekte scheitern zudem, weil der kreative Prozess falsch verstanden wird: Auch bei einer iterativen Vorgehensweise müssen Ziele und Anforderungen klar sein. Kreative Lösungen sollten entworfen, einer Validierung unterworfen und dann umgesetzt werden. Sie dürfen nicht ständig in Frage gestellt werden um Planungssicherheit (bis zur nächsten Iteration) zu ermöglichen. Oft kommt es aber dazu, dass während der Umsetzung kreative Ideen weiterentwickelt und möglichst sofort berücksichtigt werden sollen. Dies führt zu Unsicherheit, Hemmungen bei der Umsetzung (weil doch nichts Bestand hat), Absicherungsverhalten der Beteiligten und damit möglicherweise zu einem grandios teurem Scheitern.

Daher muss gelten: Kreativität ist jeweils nötig um Ziele und Anforderungen zu konkretisieren, Lösungen zu entwerfen und die Umsetzung zu planen, die jeweilige Konkretisierung und Umsetzung benötigt jedoch analytische Fähigkeiten und eine gewisse Stabilität.

Methode 2

Versucht man aus dem bestehenden System heraus zu arbeiten, spielen menschliche Faktoren der etablierten Mitarbeiter eine wesentlich größere Rolle: Politik, persönliche Präferenzen und Machtansprüche, Mobbing und viele andere Dinge müssen berücksichtigt werden. So kann auch eine minimale Änderung am Verhalten einzelner Personen scheitern und das Projekt bleibt stecken. Kreativität wird hier vor allem benötigt, um Konzepte zu entwickeln Menschen zu überzeugen und mitzunehmen. Anforderungen müssen passen und dürfen nicht an den Menschen vorbeigehen. Änderungen im Kleinen können große Auswirkungen auf das Gesamtsystem haben oder an unbeabsichtigter Stelle zu Problem führen. Daher müssen die Gesamtzusammenhänge betrachtet werden. Eine iterative Vorgehensweise ist zu empfehlen. Eine substanzielle Gefahr ist, dass viele Kompromisse eingegangen werden, um harte Entscheidungen zu vermeiden. Dies führt zu einem Aufweichen der Anforderungen und somit möglicherweise zu einer suboptimalen Umsetzung. Die eigentlichen Ziele der Änderungen werden nicht mehr erreicht.

Veränderungen können so wesentlich länger dauern als bei der ersten Methode. Bei guter Umsetzung wird aber eine hohe Akzeptanz der Mitarbeiter erlangt.

Wie auch immer man sich entscheidet, beide Methoden leben

  • von klaren Anforderungen und Zielen
  • vom Verständnis und konsequenter Umsetzung kreativer Prozesse als Kombination aus Kreativphase und Analyse
  •  den Mitwirkenden und Betroffenen

Wir unterstützen Sie gerne.

Ihr Freetivity-Team.

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